Miras Sasmaz

Miras Sasmaz ist Kurde und wurde am 10.7.1970 im Südosten der Türkei geboren. Mit sechs Jahren kam er mit seiner Familie als Kriegsflüchtling nach Deutschland.

Er lebte in Wuppertal und besuchte dort die Schule, die er mit der Mittleren Reife beendete. Anschließend begann er eine Ausbildung als Erzieher. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände kam er ins Gefängnis.

Mit dem Malen begann er vor acht Jahren während der Isolationshaft in der JVA Essen. Um die Härte der Haftbedingungen erträglich werden zu lassen, suchte er unermüdlich nach Wegen, um an Farben und Malgrund zu gelangen.

Da er anfangs keine Malgenehmigung bekam, entstand sein erstes Bild auf einem kleinen, weißen Karton, den er aus dem Müll holte. Aus abgeschnittenen Rasierpinselborsten, die er mit Kaugummi um Spagetti klebte, bastelte er einen Pinsel. Als Farben dienten ihm ausgepresste Orangen, Rotkohl, grüner Tee, löslicher Kaffe und Zahnpasta.

Durch einen Malwettbewerb der katholischen Kirche erhielt er schließlich eine Malgenehmigung. Von da an malte er wo und wie er nur konnte. Seine Bilder spiegeln seine Lebenssituation wider, sowie seine persönliche Entwicklung im Laufe seiner Inhaftierung.

Früher wusste er über Kunst so gut wie nichts. Inspiriert wurde er durch Kunstsendungen, die er sich in seiner Zelle anschaute. Besonders interessierten ihn Dokumentationen berühmter Maler unseres Jahrhunderts. Deren Bilder malte er auf seine Weise nach. Er probierte viele Stile aus, um seinen eigenen zu finden.

Aus Mangel an geeignetem Material suchte er oft ungewöhnliche Hilfsmittel. Er malte auf Bettlaken, Tischdecken, Kartons, Zeitungen und Leinwand mit Öl- und Acrylfarben, Plaka, Lack, Lebensmitteln und Stiften aller Art. Für eine Ausstellung im Herbst 2000 in der JVA Aachen schmolz er mit einem Feuerzeug Rasierer ein und formte sie zu kleinen Skulpturen.

Einige Male hatte Miras bereits Gelegenheit, seine Bilder auszustellen. Neben seiner Malerei hat er bereits einige Kurzgeschichten veröffentlicht und schreibt an seiner Biografie. Zur Zeit ist er in der JVA Aachen und nimmt neben der Malerei und dem Schreiben auch Klavierunterricht. Inzwischen holt er in der JVA sein Abitur nach und möchte danach gerne Kunst studieren.


 

Bisherige Ausstellungen:

März 1996: Melanchthonkirche Bochum
Juni 1997: Café Tacheles in Wuppertal
November 1998: Café ADA in Wuppertal
November 2000: JVA Aachen
Juli 2001: Melanchthonkirche Bochum
Oktober 2001: Insel-Galerie Marl


 

Kontakt

Miras Sasmaz , Postfach 50 01 42, 52 085 Aachen

Kontaktadresse: Gudrun Röttger, Friederikastraße 78, 44 789 Bochum